Einführung in die Bestände

Stadtgeschichte 

Die erste urkundliche Erwähnung Brückenaus, dessen Archivgut in diesem Findbuch verzeichnet ist, stammt aus dem Jahre 1294. Kaiser Heinrich VII. von Luxemburg (1308-1313) verlieh Brückenau 1310 die Stadtrechte. Diese waren aber rechtlich eingeschränkt, da die Stadt keine Reichsunmittelbarkeit hatte oder erlangen konnte, sondern bis 1802 zum Herrschaftsbereich der Fürstabtei Fulda gehörte. Unter dem Fürstabt Amand von Buseck (1737-1756) erfolgte aber, für die Zukunft der Stadt folgenreich, die Gründung des Bades mit der Fassung der ersten Heilquelle im Jahre 1747. Brückenau wechselte in der napoleonischen Zeit mehrmals die Herrschaft: 1802 kam es zu Oranien-Nassau, 1806 stand es unter französischer Verwaltung, 1810-1813 gehörte es zum Großherzogtum Frankfurt, 1813 stand es unter der Herrschaft, Preußen-Österreichs, 1814 unter österreichischer Verwaltung.

Am 30. April 1816 kam es schließlich zu Bayern. Die Stadt wurde Sitz eines Bezirks- bzw. Landratsamtes und blieb es bis zur Gebietsreform 1972.

1939 wurden die Ortschaften Römershag (1334 erstmalig urkundlich erwähnt) und Wernarz (1454 erstmals urkundlich erwähnt) eingemeindet. Im Zuge der Gebietsreform kam im Jahre 1978 die Gemeinde Volkers (erste sichere urkundliche Erwähnung 1330) hinzu. 1978 trat Brückenau in eine Verwaltungsgemeinschaft mit den umliegenden Gemeinden Schondra, Oberleichtersbach, Motten, Riedenberg, Markt Geroda mit Platz ein, aus der es sich jedoch aufgrund der unterschiedlichen Verwaltungsstruktur und -aufgaben nach einem Jahr wieder zurückzog. 1970 wurde der Stadt der Titel "Bad" verliehen, der Stadtteil Bad erhielt die Bezeichnung Staatsbad.

Als tiefer Einschnitt in die Geschichte der Stadt und seines Archives erwies sich der Stadtbrand im Jahr 1876. Infolge des Brandes, dem der Großteil des Stadtkerns zum Opfer fiel, ging auch das Archivgut fast gänzlich verloren. Als einziges wichtiges Dokument blieb das Kopialbuch "Vidimirte Documenten von den städtischen Gerechtsamen und anderen Privatis" erhalten. Durch die Vernichtung von Archivalien aus der Zeit des nationalsozialistischen Regimes hat der Bestand der Provenienz Brückenau weitere größere Einbußen erlitten. Das mehrmalige Umlagern des Archivmaterials, das ab 1876 im Rathaus bzw. im Gebäude des Siebener Sprudels aufbewahrt wurde, führte ebenfalls zu Verlusten.

Bei dem Archivgut der übrigen Provenienzen fallen vor allem die beträchtlichen Verluste bei Römershag auf, die wahrscheinlich ihren Grund im mehrmaligen Umlagern und einer ungesicherten Aufbewahrung haben. Beim Wernarzer Archivmaterial sind die Einbußen zwar nicht so hoch, doch wurden allem Anschein nach häufiger undokumentierte Aktenausscheidungen durchgeführt. Der Bestand des Gemeindearchivs Volkers fällt durch geringe Verluste auf. Archivalien des Staatsbades Brückenau und des Bezirks- bzw. Landratsamtes Brückenau befinden sich nicht im Stadtarchiv. Sie werden im Staatsarchiv Würzburg aufbewahrt.
 

Zur Ordnung des Stadtarchivs und des Findbuches

Urkunden

Im Stadtarchiv Bad Brückenau sind keine Urkunden vorhanden.

Akten

Die Aufstellung der Bestände erfolgt über die numerische Ordnung. Die systematische Erfassung orientiert sich an den Kriterien und Vorgaben des Einheitsaktenplanes (EAP). Für den Entschluß den EAP zur Ordnungsgrundlage zu machen, waren vornehmlich folgende Gründe ausschlaggebend:

  • Das alte, etwa 1938 erstellte Repertorium für den Aktenbestand von Brückenau konnte keine Grundlage für die Neuordnung darstellen, da es das Material nach 1938 nicht aufführte und auch das alte Material aufgrund von Verlusten, Umlagerungen und dem häufig aufgetretenen Auseinanderfallen der alten, zusammenhängenden Akten zum Teil nicht mehr angemessen erfasste 
  • Das Archivgut von Volkers war schon nach dem EAP vorgeordnet und konnte in der vorliegenden Form übernommen werden 
  • Für die Provenienz Wernarz liegt zwar ein altes Repertorium vor, doch sind viele Teile des von diesem Repertorium erfaßten Bestandes vernichtet 
  • Beim Bestand der Provenienz Römershag kann von einer Ordnung überhaupt nicht mehr gesprochen werden: er besteht weitgehend aus Einzelblättern. 


Allerdings muß bemerkt werden, daß der Einheitsaktenplan die demokratisch-förderalistische Verfassungsstruktur der Bundesrepublik Deutschland widerspiegelt. So ergaben sich vor allem Einordnungsschwierigkeiten bei einigen Akten, die aus der Zeit des Kaiserreiches und des nationalsozialistischen Regimes stammen. Um für diese Akten eine adäquate Einordnung zu ermöglichen, mußten vom EAP für derlei Fälle freigehaltene Nummern belegt werden: 029, 064, 088, 089, 139, 238, 315, 911, 919. Die Auflistung im Findbuch erfolgt nach Provenienzen und nach EAP- Nummern. Wenn es sich um umfangreicheres Material handelt, wurden zusätzliche Unternummern vergeben. Soweit der betreffende Aktenbestand es zuließ, wurden die alten Betreffe übernommen, ansonsten neue formuliert. Die Zeitangaben bezeichnen lediglich das Anfangs- und Endjahr ohne Berücksichtigung auf Lücken. Für das Aktenmaterial gibt es kein einheitliches Abgabejahr.

Das Stadtarchiv hat die Akten der Siebener Sprudel GmbH bzw. der Siebener Sprudel AG übernommen, da der Siebener Sprudel in städtischen Besitz überging.
Die Materialien der Abteilung A = Akten werden aufrecht stehend in Archivschachteln gelagert.

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